grafik geschichte perchten
Bezeichnungen sind: Frau Bercht, Berigl, Bechtra, Berchtlmuada, Bechtrababa, Lutzl, Sampa, Stampa, Zamperin, Zampermuatta, Pudelfrau und Rauweib. Die Percht gilt als Schicksalsfrau (Orakelbräuche) und als Seelenbegleiterin (in ihrem Gefolge die ungetauften Kinder), sie übt soz. Kontrolle aus, achtet auf Ordnung und straft. - In dieser Funktion erscheint sie zum Jahreswechsel bereits in der Antike, das MA sieht in der "domina Berchta" (von ahd. "peraht" = hell, glänzend) eine Allegorie der Sünde (Prunksucht). Ab dem 16. Jh. wurde ihr Name auf die begleitenden Teufelsgestalten übertragen, deren wildes Treiben die Kirche im 17. und 18. Jh. zu unterbinden suchte. Im 19. Jh. änderte sich die Einstellung gegenüber der Volkskultur und das P.-Laufen und -springen wurde zum folklorist. Schaubrauch. In der jüngsten Blüte des P.-Treibens werden auch neugeschnitzte groteske Masken getragen, wobei auch die teuflischen Begleitgestalten des Nikolaus, die Krampusse, zu P. mutieren.
Gegenwärtig gibt es eine Vielfalt an P.-Bräuchen in Ö. Große, jährlich wechselnde P.-Umzüge mit den kunstvoll gestalteten Tafelaufsätzen der "Schönperchten" und den teuflischen "Schiachperchten" finden im Pongau statt (Gastein, Altenmarkt, St. Johann und Bischofshofen); im Pinzgau gibt es die "Tresterer", in Unken die Stelzentänzer, in Rauris die Schnabelbercht, im Unterinntal die "Perschtln" (5. 12.), im Ausseerland die "Berigln", in Unterwart (Bgld.) die "Lutzln" (13. 12.), in der O-Stmk. die "Pudelmuatta", in Unter-Kä. das "Bechtrababa"-Jagen; auch das Glöcklerlaufen zu Dreikönig im Salzkammergut zählt zu den P.-Bräuchen.
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